Dadaismus in der Literatur

Obwohl der Dadaismus in der Literatur seine Ursprünge im deutschsprachigen Raum hatte, beschränkte er sich nicht nur auf Europa. Auch in Übersee, so zum Beispiel in den USA und in Japan, wurde diese literarische Strömung aufgegriffen und fand dort begeisterte Anhänger. Das Genre bricht bewusst mit dem starren Regelwerk der herkömmlichen Schriftstellerei.

Merkmale der dadaistischen Literatur

Die Gattung nimmt gezielt eine Gegenposition ein, indem der Text auf künstlerische Elemente und auf rhetorische Glanzleistungen verzichtet. Stattdessen geht es in erster Linie um Verzerrung, Chaos und um das Sinnlose. Dabei bedient sich dieser Typ der Literatur unter anderem der Lautgedichte. In diesen wird sehr oft mit klanglichen Phänomenen gespielt, sodass der Leser zum Beispiel einen abstrakten Eindruck vom Geräuschmix in einer Großstadt bekommt.

Der Dadaismus ist eine einzigartige Strömung in der Literatur, die gezielt mit bestehenden Konventionen bricht

Der Dadaismus ist eine einzigartige Strömung in der Literatur, die gezielt mit bestehenden Konventionen bricht

Darüber hinaus arbeitet der Dadaismus mit Fantasiewörtern, die im Wortschatz der jeweiligen Sprache überhaupt nicht existieren. Damit kann sehr anschaulich das Absurde der handelnden Akteure unterstrichen werden. Die Literatur, die präsentiert wird, muss nicht in einem bestimmten Kontext stehen und ist auch nicht an einen ausschließlichen Zweck gebunden. Der Dadaismus begreift das literarische Schaffen im Wesentlichen als ein Zufallsprodukt: Es gibt sogar Lyrik, wo die Buchstaben für das Gedicht wie bei einer Tombola aus einem Losbeutel gezogen wurden, und hieraus erfolgte dann die Komposition eines spontanen Gedichtes.

Fehlende Logik und das Umschiffen des traditionellen Satzbaus bedeuteten schlussendlich auch, dass sich der Dadaismus in Erzählungen oder als Drama nicht durchsetzen konnte. Es gab lediglich theatralische Demo-Aktionen im Dadaismus, durch die in Berlin besonders Johannes Baader auffiel, als er jäh die weihnachtliche Christmette unterbrach.

Dadaismus als Nonsens?

Die Literatur des Dadaismus verstößt zwar gegen bewährte Konventionen, die sich jahrhundertelang etabliert haben, und versteht sich aufgrund dessen als “Antikunst”. Nichtsdestotrotz muss jedoch begriffen werden, dass diese Art der Literatur eine Aussage beinhaltet: Bei näherer Betrachtung kristallisiert die Literatur des Dadaismus die Bemühung heraus, politischen Protest zu artikulieren und die Lebensweise des Bürgertums zu bemängeln. Dabei baut diese literarische Familie auf akustische Erscheinungen und auf Wortneuschöpfungen. Die in Zürich, unter der Federführung des Dadaismus-Künstlers Hugo Balls, entwickelte Form der Literatur benutzt willkürliche Figuren der Sprache, die mitunter auf den Leser sehr infantil wirken können.

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