Anfänge und Geschichte

Es war das Jahr 1916, als sich in der Züricher Spiegelgasse 1 unter dem Namen Cabaret Voltaire eine intellektuelle Künstlerschaft zusammengefunden hat. Die Geschichte des Dadaismus begann mit subversiver Fantasie, die sich in Collagen und unsinnigen Wortbeiträgen äußerte.

Den Konstruktivismus und die abstrakten Bildkompositionen hat der Dadaismus nicht erfunden, aber für seine Methoden aufgegriffen. Der Dadaismus verbreitete sich wie ein Buschfeuer in ganz Europa. Diese Bewegung sollte sich ihren Weg in die Geschichte der Kunst bahnen.

Dadaismus als Angriff auf das Establishment

Überall in den Großstädten begann sich der Geist vom Dadaismus auszubreiten. Richard Huelsenbeck brachte ihn nach Berlin, Max Ernst und Johannes Baargeld nach Köln. Kurt Schwitters beglückte Hannover mit Ideen. Es wurden Zeitschriften und Flugblätter verfasst. Der Zorn der Jungen richtete sich gegen das verhärtete Denken ihrer Väter. Sie waren gegen den Krieg und den Mief alter Institutionen.

In Genf fand der erste Dadaisten-Kongress statt. Dieser wurde aber von Polizeikräften gewaltsam aufgelöst. Ähnliche Vorfälle gab es auch in Köln. Dort hatten Ernst, Baargeld und Hoerle in einem Brauhaus Kommunionsmädchen in weißen Kleidern vor Pissoirs posieren lassen.

Nach seiner Entstehung im frühen 20. Jahrhundert galt der Dadaismus als Durchbruch inmitten starrer künstlerischer Traditionen

Nach seiner Entstehung im frühen 20. Jahrhundert galt der Dadaismus als Durchbruch inmitten starrer künstlerischer Traditionen

Dadaisten, die sich in die neutrale Schweiz abgesetzt hatten, waren keine Kommunisten, sondern schrille Individualisten. Sie erklärten, dass es nicht ihre Absicht ist, sich politisch zu betätigen. Sie wollten eine intellektuelle Revolte, die Geisteswissenschaften und ihre bisherigen Konventionen infrage stellen.

Für den Dadaismus stellten Kunstwerke keinen Wert da. Sie waren ein Nebenprodukt eines geistigen Vorgangs und hörten fortan der Geschichte an. Grammatik, Syntax und Orthografie wurden durch den Dadaismus in der Literatur in die Luft gesprengt. Es folgten Simultangedichte mit dem Versuch, Sprache sichtbar zu machen.

1922 hat sich der “Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten” gegen die Bauhaus-Idealisierung gewendet. Die “Erste Internationale Dada-Messe” in Berlin wurde im Sommer 1920 zum Höhepunkt ihrer Geschichte.

Eine Avantgarde, die Geschichte schrieb

Um die Geschichte des Dadaismus heute richtig begreifen zu können, ist ein Vergleich mit der Fluxusbewegung der 60er-Jahre angebracht. Nicht-Kunst und Anti-Kunst stand auf den Fahnen der damaligen Mitstreiter. Die Geschichte hat sie lebendig gehalten, die wunderlichen Gestalten des Dadaismus wurden in vielen Filmen, Zeitdokumenten und Büchern verewigt – eine Geschichte aus absonderlichen Wörtern, Bildern und Gedanken.

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